Programm der Timmendorfer Büchertage

Hier finden Sie eine Programmübersicht der Büchertage 2027 und Informationen zum Veranstaltungsort.

III. Timmendorfer Büchertage vom 31.3.2027 bis 4.4.2027

Wie schon 2026 starten wir an einem Mittwoch, zwei Tage nach Ostermontag, der auf den 29.3.2027 fällt. Dadurch können wir die Osterferien und den Frühlingsbeginn an der Ostseeküste bei rauschenden Wellen und schönen Lesungen genießen.

Mittwoch, 31.03.2027

  • 20:00 Uhr Anna Husen: “Die Frauen der Villa Sommerwind. Die Hoffnung am Horizont” (Knaur Taschenbuch 2024) – Moderation: Thomas Abel
  • Romanreihe Timmendorfer Strand: Band 2
  • Die Familiensaga am Timmendorfer Strand geht weiter: Nun müssen Henriettes Zwillinge in den unsicheren Zeiten der Vorkriegsjahre ihren Weg finden und die Gefahren des Kriegs überstehen. Timmendorfer Strand, 1924: Henriettes Zwillingstöchter, Julia und Christine – zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten – wachsen trotz der Schatten des Ersten Weltkriegs behütet in der Villa Sommerwind ihrer Familie auf. Während Julia als junge Frau alles daran setzt, ihren Traum zu erfüllen, Köchin der Villa Sommerwind zu werden, verliebt sich Christine in Maximilian, einen Freiheitskämpfer für politisch Verfolgte. Als dieser in Gefahr gerät, flieht Christine mit ihm und lässt ihre Tochter in der Obhut ihrer Schwester zurück. Julia, die jetzt mit ihrer Nichte und Mutter zu Beginn des Zweiten Weltkriegs auf sich allein gestellt ist, muss über sich hinauswachsen, um nicht nur sich, sondern ihre ganze Familie zu beschützen. Anna Husen lässt die Geschichte des bezaubernden Ostsee-Kurorts Timmendorfer Strand auch in ihrem zweiten Familienroman lebendig werden. Ein Roman voller mitreißender Schicksale, starker Frauen und der Bedeutung von Familie.

Donnerstag, 01.04.2027

  • 9:30 Uhr Autorinnengespräch von Thomas Abel mit Anna Husen, inklusive einer Lesung aus ihrem neuesten Buch, das genau an diesem Tag erscheinen wird
  • 16:00 Uhr Turid Müller: “Schatten über dem Kliff” (Piper, erscheint am 2.4.2027) – Moderation: Thomas Abel
  • Turid Müller, Psychologin und Schauspielerin, arbeitet seit zwanzig Jahren zwischen Bühne und Couch: Ihr Ratgeber „Verdeckter Narzissmus in Beziehungen“ machte sie zur Expertin für toxische Partnerschaften. Mit Krimis und Bühnenprogrammen sensibilisiert sie für gesellschaftsrelevante Themen wie den Umgang mit Demenz, und nimmt dabei auch unser politisches Zusammenleben in den Blick. Das Meer ist nicht nur der Schauplatz ihrer Romane, sondern auch der Ort, an dem sie die Ruhe findet, sie zu schreiben. Am 1.4.2027 wird sie aus ihrem neuesten Buch lesen und uns für ein Autorinnengespräch zur Verfügung stehen.
  • 20:00 Uhr Karsten Krampitz: “Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung” (Edition Nautilus 2025) – Moderation: Bernd Friedrich
  • Die DDR war das Land des „real existierenden Sozialismus“. Hieß: Erwartet mal nicht zuviel von ihm, aber wenn ihr Euch einfügt, ist für Euch gesorgt. Das war schwerstbehinderten Menschen in Thüringen Ende der 1970er Jahre nicht genug. Auf ganztägige Pflege angewiesen, mit geringer Lebenserwartung, organisierten sich vier junge Erwachsene ein ungenutztes Pfarrhaus, brachen mit ihren Betreuern, den “Latschern”, aus einem kirchlichen Pflegeheim aus und gründeten mit etwas kirchlicher Unterstützung eine Kommune, in der alles geteilt wurde: Geld und Bücher, Platten und Bier. Und auch die Chancen und die Lasten des realsozialistischen Alltags. Karsten Krampitz erzählt in „Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung“ ihre Geschichte: Tiefgründig recherchiert, nach realen Geschehnissen, fiktiv in manchem Detail haben wir hier eine Romanchronik vor uns, für die der Kabarettist Bov Bjerg empfiehlt: „Wer zwei Kästen Bier hat, mache einen zu Geld und schaffe sich dieses Buch an.“Autor: Karsten Krampitz, geboren 1969 in Rüdersdorf bei Berlin, studierte Geschichte, Germanistik und Politikwissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin. 2016 wurde er zum Dr. phil. promoviert. Seine Dissertation befasst sich mit dem Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR nach der Selbstverbrennung des Pfarrers Oskar Brüsewitz in Zeitz 1976. Als Journalist leitete er Obdachlosenzeitungen, veröffentlichte eine Vielzahl von Texten in Zeitungen und Zeitschriften von FAZ bis Neues Deutschland (heute: nd- Der Tag und nd-Die Woche), vier Sachbücher zur jüngeren Geschichte und insgesamt sechs Romane. Und er spricht ein wunderbares, authentisches Berlinisch…

Freitag, 2.4.2027

  • 9:30 Uhr Autorengespräch von Bernd Friedrich mit Karsten Krampitz
  • 16:00 Uhr Ronya Othmann: “Die Sommer” (DTV, 2020) – Moderation: Thomas Abel
  • Ronya Othmann hat bisher vier Bücher veröffentlicht: zwei Romane, einen Gedichtband und 2025 eine literarische Reisereportage. Im Mittelpunkt des Romans “Die Sommer” steht Leyla, die Tochter einer deutschen Mutter und eines kurdisch-jesidischen Vaters. Sie wächst in der Nähe von München auf, verbringt aber seit ihrer Kindheit die Sommer bei der Familie ihres Vaters in einem jesidischen Dorf im Norden Syriens, nahe der türkischen Grenze. Für Leyla gibt es dadurch zwei Welten: In Deutschland wird sie aufgrund ihrer Herkunft als “anders” wahrgenommen; im syrischen Dorf wiederum ist sie die Cousine aus Deutschland, die Sprache und Gebräuche nicht vollständig beherrscht. Besonders eng ist ihre Beziehung zur Großmutter. Über deren Erzählungen erfährt sie von Verfolgung, Diskriminierung und der Geschichte der Jesiden. Mit Beginn des syrischen Bürgerkriegs kann Leyla nicht mehr in das Dorf reisen. Aus der Entfernung verfolgt sie Krieg, Vertreibung und schließlich den Genozid an den Jesiden durch den sogenannten Islamischen Staat 2014. Der Roman verbindet also Familiengeschichte, Migration und die Frage, was „Heimat“ bedeutet, mit der Geschichte der jesidischen Verfolgung. Das Buch ist stark von Othmanns eigener Familiengeschichte geprägt: Auch sie hat eine deutsche Mutter und einen kurdisch-jesidischen Vater. Für den Roman erhielt sie den Mara-Cassens-Preis 2020. Nach einem Autorinnengespräch wird sie noch aus der Reisereportage “Rückkehr nach Syrien” lesen, die 2025 erschienen ist. Nach dem Sturz des Assad-Regimes reiste Othmann gemeinsam mit ihrem Vater nach Syrien. Nun kehrt sie in ein völlig verändertes Land zurück. Vater und Tochter besuchen Orte der Vergangenheit und sprechen mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit darüber, wie sie den politischen Umbruch erleben.
  • 20:00 Uhr Katja Oskamp: “Marzahn, mon amour” (Suhrkamp 2021) – Moderation: Lydia Sasnovskis
  • Geschichten einer Fußpflegerin: Katja Oskamp ist Mitte vierzig, als ihr das Leben fad wird. Das Kind ist aus dem Haus, der Mann ist krank, die Schriftstellerei, der sie sich bis dahin gewidmet hat: ein Feld der Enttäuschungen. Also macht sie etwas, was für andere dem Scheitern gleichkäme: Sie wird Fußpflegerin in Berlin-Marzahn, einst das größte Plattenbaugebiet der DDR. Und schreibt auf, was sie dabei hört. Es sind Geschichten wie die von Herrn Paulke, vor vierzig Jahren einer der ersten Bewohner des Viertels, Frau Guse, die sich im Rückwärtsgang von der Welt entfernt, oder Herrn Pietsch, dem Ex-Funktionär mit der karierten Schiebermütze. Geschichten voller Menschlichkeit und Witz, Wunderwerke über den Menschen an sich – von seinen Füßen her betrachtet.
  • Hier ist sie bei Youtube in einem Gespräch mit Volker Weidermann zu hören und zu sehen.

Samstag, 3.4.2027

  • 9:30 Uhr Autorinnengespräch von Lydia Sasnovskis mit Katja Oskamp
  • 16:00 Uhr Maren Wurster und Franziska Hauser (Hrsg.): “Ost*West*frau* Wie wir wurden, wer wir sind” (Frankfurter Verlagsanstalt 2025) – Moderation: Christine Abel
  • Eine vielstimmige Anthologie über Ost- und West-Frauen zwischen politischen Systemen, Emanzipation und persönlicher Erfahrung
  • Von Prägungen und Zuschreibungen handeln diese Texte, erzählt anhand der eigenen Biografie, der eigenen Intimität. Eine Idee, die aus einer Begegnung der ostdeutschen Autorin Franziska Hauser und ihrer westdeutschen Kollegin Maren Wurster entstand. Sie stellten fest, dass nicht jede Ost-Frau emanzipierte Arbeiterin oder Künstlerin war, die problemlos Familie und Job jonglierte, und nicht jede West-Frau den Haushalt schmiss und in stiller Abhängigkeit vom Ehemann die Kinder großzog. Sowieso – »Ost« und »West« ist vielschichtig, unsere Lebensentwürfe speisen sich aus mehr als politischen Systemen. Überall finden sich Aufbegehren und widersprüchliche Vielfalt. Und doch geben die Fragen der Anthologie unerwartete literarische Antworten: Wie prägt das Großwerden in verschiedenen Gesellschaftssystemen unsere Sexualität, unsere Mutterschaft, die Liebe? Gibt es böse und gute Kinderstuben? Sind Kind- und Fremdheitserfahrungen politisch? Wie kann Begegnung möglich sein und bleiben Differenzen?
  • 20:00 Maxim Leo – Moderation: Lydia Sasnovskis

Sonntag, 04.04.2027

  • 9:30 Uhr Autorengespräch von Lydia Sasnovskis mit Maxim Leo
  • 11:00 Uhr Rückblick und Abschied

Veranstaltungsort: